Öl auf Brett + Öle und Fette

Öle und Fette im Ayurveda

Öle / Fette

„Der gesamte Körper besteht aus fettigen Substanzen und das Leben hängt von ihnen ab“
(Sushruta, ayurvedischer Gelehrter 900 v. Chr.)

Oft werde ich gefragt wie es sich im Ayurveda mit Fetten und Ölen verhält, bzw. welche Wirkung sie im Körper entfalten.

Da muss man erstmal wissen, dass unser Gehirn zu 60 % aus Fettmasse besteht. Liegt es da nicht auf der Hand, gute Fette unserem Körper zu zuführen?

Es gibt ja verschiedene Diäten, aber die wo man auf Fett verzichtet, ist glaube ich die Dümmste. Dabei meine ich natürlich nicht das Fett vom Eisbein, sondern hochwertige Fette und Öle.
Wie immer gilt hier, die Dosis macht das Gift!

Im Ayurveda ist das Ghee (geklärte Butter) ein sehr wichtiges Instrument um den Körper zu reinigen und zu stärken. Ghee wirkt verdauungsfördernd und hilft Bindegewebe geschmeidiger zu machen. Mit Hilfe von Ghee werden die Mineralstoffe bis in die letzte Zelle gebracht, es wirkt wie ein Katalysator. Ghee sollte nicht genommen werden, wenn zu viele Toxine im Körper sind. Aber das ist dann wieder ein Fall für den Ayurveda Arzt!

Wie immer im Ayurveda, kommt es auf jeden persönlich an welche und wie viele Fette man benötigt. Und am besten ist es, wenn man selbst herausfindet was einem gut tut.

Hier ein paar Beispiele wie verschiedene Öle auf den Körper wirken:

  • Erdnussöl wirkt erhitzend, ist stärkend und über 200 Grad erhitzbar.
  • Distelöl ist erhitzend, die Wirkung auf das Dosha ist leicht, scharf und ölig. Der Rauchpunkt liegt ca. bei 150 Grad und es sollte nicht für Bratengerichte verwendet werden. Ich bevorzuge es eher für Salate, oder für kurz geschmortes Gemüse und Obst.
  • Ghee kann man über 200 Grad erhitzen, wirkt kühlend und ist schwer. Ich verwende es täglich in der Küche.
  • Kokosöl ist kühlend und wirkt schwer auf den Körper. Durch die kühlende Eigenschaft verwende ich es gern im Sommer. Auch äußerlich kann es bei verschiedenen Problemen helfen. Bei starken Hautproblemen (Neurodermitis) sollte man unbedingt mit einem Ayurveda Arzt absprechen welches Öl verträglich ist,
    da z. B. bei Neurodermitis verschiedene Doshas gestört sein können. Bei Hautproblemen ist oft die Psyche betroffen (der Luftikus ((findet ihr beim ABC unter Doshas)) und es hat nicht immer was mit der Ernährung zu tun. Prinzipiell ist es sehr gut für die „Hitzetypen“ geeignet. Im Kokosöl sind überwiegend gesättigte Fettsäuren enthalten, deshalb verwendet man es nicht als Brotaufstrich, sondern zum backen und braten (immer erhitzen).
  • Olivenöl kühlt ebenfalls, kann aber Cellulitis erzeugen. Bei Olivenöl muss sich jeder selbst ran tasten, da der Geschmack sehr unterschiedlich ausfallen kann. Auch kaltgepresstes Olivenöl kann man bis 170 Grad erhitzen.
  • Senföl ist durch seine Schärfe erhitzend und ist nur für bestimmte Menschen geeignet, da es sehr verdauungsfördernd wirkt. Es eignet sich gut zum braten.
  • Sesamöl ist im Geschmack süß und bitter, erhitzend, stärkend und schmierend. Es ist das beste Öl zum Ölziehen, da es eine reinigende und wärmende Wirkung besitzt. Es hat bei mir einen festen Platz in der Küche. Durch seinen hohen Rauchpunkt kann man es zum Braten (über 200 Grad) nehmen, nur das dunkle geröstete Sesamöl sollte nicht über 170 Grad erhitzt werden. Es ist die Nummer 1 bei Ayurvedischen Massagen.
  • Mandelöl ist erhitzend und schwer mit einem süßen Geschmack und besonders gut für die „Luftikusse“ unter uns.
  • Das gute alt bewährte Leinöl wirkt kühlend und darf nur für kalte Speisen verwendet werden. Es wirkt auch gut bei fettiger und unreiner Haut.
    Dazu täglich 1 Tl Leinsamenschrot mit Naturjoghurt einnehmen (davor und danach 1 Stunde nicht essen und trinken). Aber immer auf das Herstellungsdatum achten, da es nicht lange haltbar ist. In der Regel max. 6 Monate nach der Herstellung (nicht Abfüllung!). Wenn es geöffnet ist, innerhalb eines Monats verbrauchen und dunkel lagern! Leinöl ist ein sehr hochwertiges Öl, da es die meisten Omega 3 Fettsäuren aufweist.
  • Sonnenblumenöl hat einen süßen und zusammenziehenden Geschmack. Wirkt auf den Körper kühlend, schmierend und hat dadurch eine beruhigende Wirkung. Sonnenblumenöl ist für alle das verträglichste Öl, es ist für alle Körpertypen ausgleichend. Es kann über 200 Grad erhitzt werden, außer unraffiniertes (nicht über 100 Grad).

Wichtig bei den Ölen sind die Fettsäuren, je kürzer die Ketten der Fettsäuren sind umso flüssiger und besser verdaulicher. Langkettige Fettsäuren sind schwerer zu verdauen und können für das Herz-Kreislaufsystem Probleme mit sich bringen.

Das sind die für mich wichtigsten Öle und wenn ihr euren Körper kennt, wisst ihr auch welches Öl gut und welches nicht gut für euch ist. Schaut nach bei den Doshas im ABC 🙂

Bis bald Euer Mario

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